Red Bull Romaniacs 2009 Story

Wir sitzen im Freiluftrestaurant in der wunderschön sanierten Altstadt Fußgängerzone von Sibiu / Herrmanstadt mitten in Rumäniens Karpaten und bestellen Pizza. Ich bin hier zu meiner vierten Red Bull Romaniacs Rallye als Guidecoordinator, sonst mache ich die Welt als SafariX.de Tourguide unsicher. Und mir gegenüber sitzt der große Jimmy Lewis – Mr. Dirtbike (4 mal AMA Champ, 4 mal ISDE Winner etc.) – Der Tester des gleichnamigen US Magazins. Ich helfe Jimmy, der als Journalist, Biketester für die neue Husaberg 390 und Pro Rider gekommen ist, damit er all seine Aufgaben hier erfüllen kann. Jimmy ist ein sehr lustiger Typ  und bei unvermeidlichen Fachsimpeln über diese und jene Enduro Zutat zeigt sich, dass er ein ungeheur großes Hintergrundwissen zu all den Sachen hat, die er testet.
Beim besichtigen der Prologstrecke bekommt aber selbst er große Augen und beginnt wohl langsam zu begreifen, dass wir hier alle nen Knall haben und es ziemlich wörtlich nehmen mit dem Hardenduro! Aber der Prolog ist nur der Auftakt und etwas Spielerei, für die Rider geht’s hier um eine gute Startposition am ersten Racetag.
Der am kommenden morgen südlich von Sibiu in die Berge führt, kurz nach dem Start kommen schon die ersten 4 Hammer Auf- und Abfahrten, aber bei dem schönen Wetter ist das eine lösbare Aufgabe für die Profi Class. Am ersten Servicepunkt – immer in der mitte des Tages haben hier die Fahrer 20 Minuten Pflichtstop für Erholung und Service – speche ich mit dem Vorjahressieger Graham Jarvis, wieder auf seiner 250er Sherco, „ uh this Guys are so fast“ ist sein Kommentar.
Hier sind wir grad beim Freeriden mit den ZERO Elctric Bikes die ich hier promote und die Geräte sind wie geschaffen für das Gelände. Jeff von Throttle Entertainment, dem DVD Producer der Romaniacs, ist gleich mit der Kamera da und filmt uns dabei, sehr coole Aufnahmen.
Niemand hat große Probleme und weiter geht’s auf die 160 harten Kilometer. Die meine 3 Opener Teams, aus Sicherheitsgründen, dirket vor den Fahrern noch mal abfahren damit die Jungs so richtig am Gas drehen können. Die Opener sind selbst so gute Fahrer, dass sie fast Profi Niveau haben (müssen) dieses Jahr 2 erfolgreiche Expert Single Fahrer vom
Enduroletzten Jahr und 2008 war der Überraschungs Finisher vom Erzberg 2009 Armin Falk im Team. Auch mein SafariX.de Guide Kollege Eric ist bei dieser Truppe, die schon bei Sonnenaufgang starten muß.
Am Ende des Tages sind die üblichen Verdächtigen vorn Chris Birch, Despres (der sich dieses Jahr sehr unsympatisch gibt und mit niemandem spricht) und
Gerhard Foster und Ingo(der Autor) bei der Pressekonferenz

Enduro Rallye
Chris Birch beim Prolog

News Romaniacs
Sprung am Servicepoint Tag 2

Finish Red Bull
Der Autor mit dem ZERO Elektrobike vor dem Red Bull Musictruck

BMW Enduro
Wallride statt Wippe

Andreas Lettenbichler der mir noch gestern abend erzählte, das wäre nicht seine Art Rennen, er sei mehr der 2 Stunden Vollgas Typ. Alter Tiefstapler, es sei ihm verziehen. Ist er doch einer der ganz sympathischen Fahrer.
In den letzten Jahren haben immer wieder Fahrer wegen der Wippe protestiert, dafür gibt es jetzt einen Wallride, einen schmalen Betonträger und eine Schaukelbrücke über den Fluß,  der ist jedoch nur Knietief und es freut die Zuschauer wenn jemand baden geht. Die dann sofort helfen das Bike zu bergen und trocken zu legen, kaum jemand verliert so mehr als 10 Minuten.
Am zweiten Renntag geht es nach Petrosani, einigen Fahrern noch von der legendären 2006er Rallye über 6 Tage in Erinnerung. Wenn hier etwas einen eigenen Namen hat wie Bear Mountain, Congo oder Cambodia dann heißt das es wird extrem. Dahinter verbergen sich (fast) unmögliche Auf- und Abfahrten oft in Flussbetten mit vielen wirklich großen Steinen. Aber auch hier hilft das gute Wetter und es ist hart aber machbar. Nach der Übernachtung in Petrosani geht es auf völlig neuen Strecken zurück nach Sibiu, Highlight heute ist die super tolle Landschaft und der 5 Stunden Bach, hier sagt der Name wohl alles und Joe Kirsch von Enduro de Luxe, erzählt mir am Abend: „ ...dieser Bach hat mich zerstört, am Ende musste ich 15 Minuten Pause machen um meinen Kreislauf zu beruhigen“!
Am Finaltag waren noch mal 150 km schönste Trails zu meistern und DIE Schlüsselstelle „The long Walk UP“ nur der Letti ist hier ohne Hilfe rauf. Hier war 1 Stunde No Help Zone und kurz vor Ablauf der Stunde, Letti war fast oben aber total erschöpft, haben die Guides ihm gesagt dass sie ihm in 3 Minuten helfen dürfen. Da zieht er den Helm auf und quält sich noch den Rest. Tiefe Verbeugung vor einem würdigen Sieger. Chris Birch sagt mir am Abend, dass er diesen Berg nicht einmal mit nem Trialmoped geschafft hätte. Despres hat nach 10 Minuten Quälerei keine Lust mehr und fährt wieder runter und die Chickenline, dafür gabs dann die entscheidende Strafzeit. Aber der Letti hätte wohl auch so gewonnen! Despres erscheint nicht mal zur Siegerehrung und erweist sich somit, wie schon während der gesamten Rallye als arrogant und überheblich. Sehr unfair so etwas -  alle Fahrer sind empört über sein Verhalten.
Wieder mal eine schöne Rallye geht mit der Fahrt über das Dach des 5 stöckigen Crazy Bike Hauses zu Ende.
Und hier noch einige Teilnehmerstimmen.
Joe Kirsch (Team Enduro de Luxe) aus Luxemburg, 3 Starts bei Romaniacs: „In meinen Augen war es die bestorganisierte und auch schönste Ausgabe von den letzten Jahren.“
Matthias Weichselmann (E.A.R.T./ ) 4 Starts als Profi und Expert Single und Opener – „ Zu leicht und zu schnell, aber wunderschön“
Florian Dietrich (Touratech BMW) 2. Start – “Im Vergleich zu 2008 wars allerdings durch die Trockenheit und die Streckenverläufe deutlich weniger hart, die Auffahrten waren alle ganz gut machbar (Experts). Dafür waren die Tracks teilweise ziemlich schnell und riskant, insbesondere wenn man um die Spitzenplatzierungen kämpfen wollte...
Ich hätte mir noch etwas mehr extremes Gelände gewünscht und weniger Bolzerei - aber das ist sicher Geschmaksache.
Alle in Allem wars mal wieder richtig geil!
Dass der Schneckenfresser nicht mal auf der Siegerehrung aufgetaucht ist, ist allerdings mehr als schwach und eine Mißachtung der Leistung der anderen beiden PodiumsplatziertenWallride Enduro
Wenn er bei einem Extremenduro-Event die technischste Auffahrt nicht packt und zu faul/schwach zum schieben ist, kann er halt nicht gewinnen gegen Birch und Letti. Gratulation an den Letti der als einziger ohne Hilfe rauf ist!
Gruß und Respekt an alle, die durchgefahren sind.“
Also Leute traut euch zur härtesten Enduro Rallye ins wunderschöne Rumänien.
Ingo Schöber -  SafariX.de


Zieleinlauf über den Dächern von Sibiu

Alle Bilder außer das mit Gerhard Foster von C. Pica
Foster Bild von C. Steffen enduroblog.de

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